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Musikalische Umrahmung des 68. Sudetendeutschen Tags in Augsburg

Am 3. und 4 Juni 2017 fand in Augsburg der 68. Sudetendeutsche Tag statt. Seit 1950 treffen sich Angehörige und Vertreter der Sudetendeutschen jährlich: Im Rahmen der Messe, der Kundgebungen, des Volkstumsabends und des Volkstanzfestes sowie bei nach Heimatkreisen gegliederten Treffen erhalten die Sudetendeutsche ihre Traditionen aufrecht und engagieren sich – auch politisch – für die Pflege ihrer Kultur und Vertretung ihrer Interessen. Dieses Jahr zeichneten die Gersthofer Blasharmoniker für die musikalische Umrahmung der festlichen Eröffnung verantwortlich.

 

Sudetendeutsche – das ist der Sammelbegriff für alle im Sprachraum der böhmischen, mährischen und schlesischen Grenzgebiete Tschechiens und der Slowakei lebenden Deutschen. Seit 1945 besitzt der Begriff außerdem eine politische Konnotation, da er an die Vertreibung der in der damaligen Tschechoslowakei lebenden Deutschen und an die daraus hervorgegangenen, heute bestehenden Interessenverbände erinnert. Entsprechend illuster war auch die Liste der Sprecher: Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Hartmut Koschyk (MdB), Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Kurt Gribl, Oberbürgermeister der Stadt Augsburg, Emilia Müller (MdL), Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration sowie Schirmherrschaftsministerin, Christian Schmidt, (MdB), Bundesminister und Co-Vorsitzender des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums und Volker Bouffier, hessischer Ministerpräsident.

 

Ein besonderer Programmpunkt war die Verleihung des Europäischen Karlspreises der Sudetendeutschen Landmannschaft, der nach dem böhmischen König und römisch-deutschen Kaiser Karl IV. benannt ist. Diesjähriger Preisträger ist Volker Bouffier, der für sein Verdienst um die Verständigung und Zusammenarbeit der Völker Mitteleuropas sowie seinen Einsatz für die sudetendeutsche Gemeinschaft ausgezeichnet wurde. Hartmut Koschyk wurde der Sudetendeutsche Menschenrechtspreis verliehen.

 

Da wir die gesamte Veranstaltung über auf der Bühne saßen, konnten wir erfahren, wie engagiert sich die Sudetendeutschen auch heute noch für ihre Kultur einsetzen. Außerdem erhielten wir einen interessanten Einblick in die Geschichte, Wertvorstellungen und Zukunftsvisionen dieser Volksgruppe.

 

Bevor die Eröffnung begann, unterhielten wir die langsam eintrudelnden Gäste mit traditioneller und moderner Blasmusik. Unser offizielles Programm umfasste die „South Rampart Street Parade“, den extra gewünschten „Böhmischen Traum“ und das beliebte „The Saints' Hallelujha“. Nicht fehlen durften die Bayernhymne, das Deutschlandlied und die „Ode an die Freude“, die von den Festgästen mitgesungen wurden.

 

Für uns endete diese Veranstaltung mit der Verpflegung im Böhmischen Dorf in einer der Messehallen, die von der Sudetendeutschen Jugend organisiert wurde. Und so konnten wir uns bei Maultaschen in der Brühe oder mit Kartoffelsalat, warmen Würstchen, Zwetschgenknödeln, Kuchen, Liwanzen und erfrischenden Getränken stärken.

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