Konzertreisen

Schotten dicht

Konzertreise ins Land der bierdurstigen Rockträger

 

Vom 12. bis 24. August 1996 ging es für die Blasharmoniker nach Schottland. Mit dem Bus ging es nach Rotterdam zum Fährhafen, wo wir eigentlich direkt auf unsere Fähre einschiffen sollten – wäre uns da nicht ein kleines Missgeschick mit den englischen Zeitangaben „a.m.“ und „p.m.“ passiert. Somit waren wir rund 12 Stunden zu früh an unserer Fähre, worüber sich die ortsansässige  Gastronomie in der Nähe der Anlegestelle sehr freute. Nachdem alle regionalen Getränkevorräte aufgebraucht waren, konnten wir auch beschwingt und bester Laune gegen 20 Uhr die Fähre Richtung Hull in England in Beschlag nehmen.

 

Anlass für unsere Schottlandreise war auch die 40-jährige Städtepartnerschaft zwischen Augsburg und Inverness in Schottland. Hier sollten wir die Stadt Augsburg als musikalische Botschafter vertreten. Die Feier zum Jubiläum der Städtepartnerschaft fand im Rathaus in Inverness statt, wo wir die festliche Veranstaltung mit einem eineinhalbstündigen Konzert musikalisch umrahmen durften. In perfektem Englisch moderierte unser damaliger Klarinettist Martin Hinterbrandner diesen Auftritt. Anschließend erhielten wir einen ersten Einblick in schottische „Effizienz“ und Sparsamkeit: Das während der gesamten Veranstaltung präsentierte und lockende Buffet wurde nach unserem Konzert von unseren Gastgebern in Windeseile abgebaut, wodurch wir leider keine Möglichkeit mehr hatten, uns an diesem kulinarischen Genuss zu erfreuen.

 

Von Inverness ging es direkt in die Highlands, wo wir auf der sogenannten Castle-Tour auch viele bekannte Schlösser und Burgen besichtigten. Besonders eindrucksvoll war Eilean Donan Castle, auch bekannt als Highlander-Schloss. Wir besuchten etliche Lochs, unter anderem natürlich Loch Ness. Auch eine Whiskey-Destillerie darf bei einer Schottlandrundfahrt nie fehlen und so kamen nicht nur unsere Whiskeykenner auf ihre Kosten. In den Highlands wollten wir es uns außerdem nicht nehmen lassen, gemeinsam in einem großen Zelt zu übernachten. Gekocht wurde in einem Topf auf einem Gaskocher und wir konnten die wunderbare Natur und den schottischen Regen mit allen Sinnen genießen. Mit der Isle of Sky, Glen Afric und letztlich der Besichtigung von Edinburgh haben wir in kürzester Zeit einen unvorstellbaren Eindruck von Schottland bekommen.

 

Als Abschluss hatten unsere Gastgeber des Community Education Centers in Inverness für uns sogar einen Ceilidh, eine Art Heimatabend mit schottischer Folklore, organisiert. Darunter verstanden diese offensichtlich auch, den Gästen aus Deutschland die Biervorräte während deren Konzert wegzutrinken. Allem zum Trotz ließen wir uns den Spaß an diesem stimmungsvollen und lustigen Abend aber nicht nehmen. Für die Organisation unserer Schottlandfahrt möchten wir ganz herzlich unserem damaligen Klarinettisten Martin Hinterbrandner danken. Durch sein Praktikum in Schottland konnte er eine Verbindung aufbauen und hat es somit ermöglicht, dass wir unvergessliche Tage in diesem sehr reizvollen Land verbringen durften.

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