Konzertreisen

Abenteuer Afrika

1998 führte uns eine Konzertreise nach Afrika.

 

In Namibia konnten wir nicht nur unsere Musik präsentieren, sondern erhielten auch unvergessliche Eindrücke von der Landschaft, der Tierwelt, der Küche und natürlich von den Menschen dieses schönen Landes. 

 

Im Sommer 1998 unternahm ein Ausschuss, repräsentiert u.a. durch unsere Musiker Walter Hochmuth (offizieller Vertreter der Blasharmoniker) und Andreas Landau (offizieller Vertreter der djo), eine Sondierungsfahrt nach Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Vor Ort sollten mit Michaela Mittmann, der dortigen Kooperationspartnerin des National Youth Council Namibia, Organisation und Ablauf unserer geplanten Konzertreise abgeklärt werden. Auch Familie Lukaschik saß im Flieger, um ihren Neffen im fernen Afrika zu besuchen. Und wie es der Zufall so wollte, kamen die Herren Landau und Lukaschik ins Gespräch, worauf Herr Lukaschik Andreas seine Visitenkarte aushändigte, falls bezüglich unserer anstehenden Konzertreise Fragen oder Probleme auftreten würden. Hätte er dieses Angebot lieber nicht ausgesprochen. Denn schließlich stellte sich in Windhoek bald heraus, dass Andis Vorstellungen für unsere zehntägige Reise so einfach nicht umgesetzt werden konnten. Was lag da näher, als Herrn Lukaschiks Unterstützung anzunehmen.


Und so traten 31 Musiker sowie Vertreter der djo mit Sack und Pack am 30. August 1999 gemeinsam mit Familie Lukaschik die Flugreise zunächst von München nach Madrid an. Dort sicher gelandet wurde uns sogleich mitgeteilt, dass sich unser Anschlussflug nach Johannesburg in Südafrika aufgrund technischer Mängel – was immer das auch heißen mochte – zunächst um einige Stunden verzögern würde. Endlich in Johannesburg angekommen verpassten wir unseren Anschlussflieger nach Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Nach einigem Hin und Her und so manchen sprachlichen Grenzerfahrungen machten wir die nächste Maschine zu unserem Zielflughafen ausfindig. Dort ereilte eine Musikerin die Hiobsbotschaft, dass ihr Koffer wohl in Madrid nicht in die richtige Maschine verladen wurde. Welch ein Glück, dass zumindest ihr Mann sein Gepäck auf dem Förderband wiederfand und seiner Frau natürlich gerne das ein oder andere Kleidungsstück zur Verfügung stellte.

 

Ein kleiner klappriger Schulbus holperte schließlich weitere 500 Kilometer mit der ganzen Mannschaft, umringt von sämtlichen Gepäckstücken, die im Laderaum nicht mehr untergebracht werden konnten, zu unserem mittlerweile heiß ersehnten Ziel: ein in den Ferien leerstehendes Schülerheim in Grootfontein. Nach 20 Stunden Anreise, mehr oder weniger ausgeschlafen, saßen wir am folgenden Tag schon wieder dicht an dicht und schweißgebadet in unserem Schulbus, der uns nach einigen missglückten Startversuchen über die staubigen Straßen Namibias ins Bushmanland brachte, wo wir sehr anschaulich das harte Leben der Sammler und Jäger der dürren Steppe kennenlernten. Und sollte dem Bushman geschmacklich etwas nicht vertraut sein, so pflegte er stets die eindringlichen Worte zu sagen: „Das ist bitter, das mag der Bushman nicht!“ 

 

Safari!

Eine abenteuerliche Safari im Etosha Nationalpark im Norden Namibias sollte natürlich in unserem touristischen Programm nicht fehlen. So wurden wir mit unserem  Luxusliner“ durch die kontrastreiche Landschaft des Naturreservates geschaukelt und staunten über unzählige Giraffen, Zebras und Antilopen, die ganz unbekümmert direkt an uns vorbeizogen. Bei einbrechender Dunkelheit schlichen wir vom Camp Namutoni an eine beleuchtete Wasserstelle und beobachteten dort weitere Tiere, wie Elefanten und Löwen, aus sicherer Entfernung. Doch eine Tierart, die mittlerweile nur noch im südlichen Afrika heimisch ist, war uns bisher leider noch nicht begegnet: der größte Vogel der Welt, der Strauß. So besuchten wir eine kleine Straußenfarm und überzeugten uns dabei auch von dem einzigartigen Geschmack eines saftig gegrillten Steaks, das der Bushman sicherlich mit den Worten kommentieren würde: „Das schmeckt lecker, das mag der Bushman sehr!“

Leider hatten so manche während der Reise aber auch Pech mit der afrikanischen Küche, so dass sie aufgrund einer Lebensmittelvergiftung behandelt werden mussten. 

 

Nun ging es über die sandigen Pisten wiederrasch und beinahe ungebremst zurück nach Grootfontein, denn der Luftkompressor unseres Busses war mittlerweile komplett ausgefallen. Jetzt konnten selbst einige unserer durchaus handwerklich geschickten Musiker absolut nichts mehr ausrichten. Schließlich wurde uns ein großräumiger Sattelzugbus zur Verfügung gestellt, der uns sicher an unsere weiteren Zielorte brachte.
So jagte ein Highlight das andere, natürlich auch auf musikalischer, völkerverbindender Ebene. Bei brütender Hitze spielten wir einige Konzerte in den Straßen Grootfonteins, wobei sich besonders die schwarze Bevölkerung aller Altersstufen sogleich rhythmisch mitreißen ließ. Ebenso recht ausgelassen war die Stimmung beim Frühschoppenkonzert in Okahandja, dem bis heute wichtigsten traditionellen Zentrum des ehemaligen Hirtenvolkes der Herero. Auch bei abendlichen Benefizkonzerten in Windhoek begeisterten wir mit unserem vielseitigen musikalischen Repertoire unser Publikum, ganz gleich welcher Nationalität und Hautfarbe. Den Höhepunkt dabei stellte ein Gemeinschaftskonzert mit den African-King-Singers, einer schwarzen A-Capella-Formation aus Katatura, dem mittlerweile interessantesten Stadtteils Windhoeks, dar. Sie präsentierten neben englischen Songs auch Gesänge in ihrer Stammessprache.


Bepackt mit zahlreichen Souvenirs sowie eindrucksvollenErlebnissen und Erinnerungen, die bis heute andauern, traten wir schließlich wieder unsere Heimreise nach Deutschland an. Die ein oder andere verlängerte spontan ihren Aufenthalt und trennte sich erst geraume Zeit später schweren Herzens von den liebenswerten Menschen Namibias. 

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